Schriftgröße

Unikate

Köln-Souvenirs aus dem Automaten

Von Kathrin Gemein, 01.08.10, 21:13h, aktualisiert 01.08.10, 21:29h

Die Grafikerin Julia Brück hat eine ursprüngliche Liebhaberei zum Hauptberuf gemacht. Sie erstellt aus unscheinbaren Fundstücken viele kleine Unikate. Am Rathenauplatz steht nun ihr 16. Werk: Ein Zigarettenautomat.

Julia Brück
Bild vergrößern
Am Rathenauplatz, Ecke Meister-Gerhard-Straße, hat Julia Brück ihren neuen Automaten installiert. (Bild: WORRING)
Julia Brück
Bild verkleinern
Am Rathenauplatz, Ecke Meister-Gerhard-Straße, hat Julia Brück ihren neuen Automaten installiert. (Bild: WORRING)
Innenstadt - In eine Standard-Zigaretten-Schachtel passen 20 Zigaretten. Doch bieten diese 86 mal 22 mal 55 Millimeter auch Raum für mehr: Dies hat Julia Brück schnell erkannt. Die Grafikerin gestaltet schon seit langer Zeit Miniaturen, für die sie einen besonderen Vertriebsweg gesucht hat. Bei einem Internetauktionshaus wurde sie fündig: Die knapp 40-Jährige ersteigerte einen ausrangierten Zigarettenautomaten. Sie verpackte ihre Kunst in passende Pappschachteln - und der Startschuss zu ihren Souvenirautomaten war gefallen.

Den ersten Automaten stellte sie vor knapp zwei Jahren auf - mittlerweile sind es 16. Der jüngste steht nun in Köln am Rathenauplatz, Ecke Meister-Gerhard-Straße. Er ist liebevoll lackiert, und für sechs Euro hat man die Wahl, entweder eine Schublade mit Köln- oder allgemeinen Motiven herauszuziehen.

Jede Miniatur ist ein Unikat, das aus zunächst oft unscheinbaren Fundstücken erstellt wird. Ob Pappe, Holz-Klötzchen oder Schiefertäfelchen - alles kann zweckentfremdet werden und „im neuem Rahmen neu erstrahlen“, wie Brück lächelnd zusammenfasst. Und für verschiedene Standorte gibt es passende Motive. Während die Kölner Souvenirs der Dom ziert, hat Monschau das Mühlrad, Bad Münstereifel das Stadttor und Nideggen die Burg mitsamt Gespenst. In Unkel am Rhein wurde sie zuletzt angesprochen, ob sie für die Gemeinde Mitbringsel entwickeln könnte, die sich vom üblichen Verkaufs-Einerlei unterscheiden.

Als Hobby gedacht

Eigentlich waren die Souvenirautomaten nur als Hobby gedacht. Doch ziemlich schnell kam der Wendepunkt, denn Brück merkte: Das artet in einen Vollzeitjob aus - in einen, der sie ernährt. Auch ihr Freund Hektor Gobbi bringt mittlerweile ungefähr ein Drittel seiner Arbeitszeit für das Projekt auf. Der 40-Jährige kümmert sich um die Pflege und Wartung der Geräte und unterstützt Brück bei den Büroarbeiten. Besonders zeitaufwändig ist das Auffüllen der Automaten - an einem Tag ist die gesamte Tour nicht zu schaffen. Schließlich bedeuten in der Eifel 40 Kilometer Strecke oft eine Stunde Fahrt. Der fehlende Kundenkontakt - schließlich werden die kleinen Kunststücke anonym aus dem Automaten gezogen - gleicht sich durch das Internet aus: In der Schachtel ist die Web-Adresse Brücks verzeichnet. Und viele wenden sich nochmal an sie, bedanken sich oder haben schon neue Wünsche und Nachbestellungen. Oder Vorschläge für weitere Automaten-Standorte. Es gibt also viel zu tun. Und Brück ist sehr zufrieden mit ihrer noch recht frischen Selbständigkeit.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Special


Anzeige




Umfrage

Missstände in der Kölner Altstadt
Verschiedene Bürgerinitiativen stören sich an den Missständen rund um den Alter Markt. „Die Altstadt ist Kultur- und Erholungszentrum, nicht aber Vergnügungsviertel“, heißt es dort. Was soll die Altstadt Ihrer Meinung nach sein?


Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Extra


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Gilberto Santa Rosa in Kö

31. März 2012,
The New Yorker Dock.one

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste